13
Sep.
0

Spiegelneurone. Ich fühle, was du fühlst.

gepostet von Beata Hill

 

Menschen ohne Zuhause, Menschen ohne Zukunft, Kinder ohne Kindheit, ohne Familie…Bilder, Bilder, Nachrichten, Berichte und jetzt reale Begegnungen- Flucht und Flüchtlinge haben unseren Alltag in letzter Zeit stark beeinflusst.

Wir fühlen mit, auch wenn wir das nicht real erlebt haben, sondern nur in einem Fernsehbericht gesehen oder sogar nur darüber gelesenen haben.

Warum spüren wir auf eigener Haut so deutlich, was andere Menschen empfinden? Für diese Empathie sind die sogenannten Spiegelneuronen verantwortlich. In unserer Neurologie, in unserem Gehirn spiegeln sich die Gefühle der Anderen. Beim Anblick vom Leid, z. B. von Verletzungen eines anderen Menschen werden auch bei uns die Schmerzareale im Gehirn angesprochen. Das kann man heute sogar im Rahmen der Gehirnforschung messen und sehen. Es leuchten die Areale im Gehirn, die für den realen Schmitz verantwortlich sind. Wir fühlen ähnlich, wir fühlen mit.

Das Mitfühlen erlaubt uns dann auf der Verstandsebene zu verstehen, warum jemand so oder anders handelt.

Manchmal verurteilen wir andere für ihr Verhalten und erst wenn wir im Buch von jemanden lesen oder im Film einen Helden mit ähnlichem Schicksal sehen, wird auch für uns einiges klar, warum hat er so und nicht anders gehandelt. Dazu werden wir oft durch die Worte, lebhafte Beschreibungen oder gut gewählte Bilder emotional so gefesselt, dass wir unsere Realität um uns herum ganz vergessen und mit dem Protagonisten vollkommen mitfühlen. Jetzt fangen wir an, seine Geschichte, seine Biographie zu verstehen.

Wie oft habe ich ein Buch gelesen und mit dem Taschentuch die Tränen getrocknet, ja sogar die Nase geputzt oder im Kino bei einer Liebeserklärung so geheult, dass ich nicht wusste, wie soll ich mit den roten Augen den Saal verlassen. Die Geschichten haben mich im wahrsten Sinne des Wortes berührt. Ich habe gefühlt, was sie gefühlt haben. Spiegelneurone machen uns emphatisch, mitfühlend.

Diese Empathie gibt heute tausenden Notleidenden, auf der Flucht vor Tod und Krieg die Hoffnung, mein Leben wird noch gelingen. Es gibt Menschen, die helfen. Und das nenne ich menschlich.

 

Ihnen noch eine gute Zeit

Beata Hill

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.