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Dez.
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„Haltestelle im Alltagsbetrieb“. Kleine Ablenkung und die Ganzheitlichkeit

gepostet von Beata Hill

Heute habe ich ein Interview mit Prof. Dietrich Grönermeyer, einem der bekanntesten Ärzte in Deutschland gelesen, in dem er sich zum Thema der Ganzheitlichkeit in der Medizin geäußert hat. Geist und Körper in seinem Ganzen zu betrachten so war der Ursprung der Medizin und ihre ersten Heilungsmethoden. „Die Errungenschaften der modernen Medizin sind fantastisch. Kernspinn oder Antibiotika etwa die jetzt auch bei Ebola helfen. Aber wir sollen uns wieder auf die Ursprünge besinnen…Warum trennen, was zusammengehört“, so Dr. Grönermeyer in Bezug auf die vorsorgliche und begleitende Funktion der modernen Medizin.

„Der Mensch ist eben nicht nur ein Körper“. Der Mensch besteht aus diesen drei Anteilen: Körper, Geist und Seele. Sie sind voneinander physisch nicht trennbar, auch wenn die Seele und der Geist für uns nicht eindeutig fassbar und damit definierbar sind.

Mit meinem beruflichen Engagement im Bereich der Prävention und des Coching versuche ich meinen Kursteilnehmer und meinen Coachees diese wechselseitige Beeinflussung von Körper, Geist und Seele mit Hilfe von Beispielen aus dem eigenen Erleben im Kurs oder im Coaching zu erläutern und mit Hilfe von Übungen und Beispielen zu erspüren. Das ist meines Erachtens nach der beste Weg um das eigene Selbstbefinden insbesondere in Stresssituationen ein wenig zu steuern oder durch gezielte, oft kleine Maßnahmen zu verbessern.

Jetzt, kurz vor Weihnachten, sind wir alle schwer beschäftigt. Es heißt Endspurt bei Geschenke besorgen, Weihnachtskarten schreiben, Festmenü planen, im Beruf noch alles Wichtige zum Jahres Ende erledigen usw. Als ich in diesen Tagen im Auto in einem großen Stau steckte, merkte ich, wie mir Tausend Gedanken durch den Kopf schossen, was noch besorgt werden muss und ich ahnte, was an diesem Tag unerledigt bleibt, während ich im Auto saß und nichts bewegte sich und meine Zeit lief davon… Kurzer Bodyscan (Körperwahrnehmung) und mir war klar: „du bist im Stress“. Alle Muskeln spannten sich an und ich fühlte mich äußerst unruhig. Dabei fing es an zu regnen, die Sicht wurde schlechter und meine Laune rutschte immer tiefer. Der Zustand der Anspannung hat sich an manchen Stellen meines Körpers deutlich bemerkbar gemacht… bis ich die dicken Wassertropfen auf der Fensterscheibe meines Wagens wahrgenommen habe. Sie flossen ganz langsam und ganz ruhig die Glasscheibe runter, bildeten Muster: Schlangen, Linien und Kreise. Ich schaute auf die Regentropfen, wie auf eine Handschrift… las darin, überlegte, was sie darstellen können und dabei habe ich die anderen Gedanken ganz vergessen. Ich musste innerlich lächeln und das hat mich wieder beruhigt , stimmte mich wieder gut an und meine Anspannung im Nacken hat sich spürbar gelockert.

Stress bewältigen geht auch mit ganz banalen Sachen. Im Kurs nennen wir das Ablenkung. Diese kleine Veränderung oder Unterbrechung in unserem routinierten Verhalten tut uns selbst und unserer Umgebung gut! Manchmal lohnt es sich gerade in der Hektik des Alltags bewusst ein gutes Buch in die Hand zu nehmen oder die Regentropfen zu betrachten.

Gerade vor Weihnachten in der Hektik des Alltags, atmen Sie bewusst tief durch , senken dabei Ihre Schultern und lenken Ihre Gedanken ganz bewusst auf etwas Schönes in Ihrer Umgebung und der Tag sieht schon viel besser aus.

 

Ich bin mir sicher, wenn ich jemals an den Tag zurück denken werden sollte, werde ich mich nicht an den Stau und an das alles was unerledigt geblieben war und mir unnötig den Kopf schwer machte, erinnern, sondern an die schönen Wassermuster auf der Windschutzscheibe meines Wagens an diesem Wintertag.

Überzeugen Sie sich selber!


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